Das Land NRW und die Stadt Hagen sind trotz Schuldenbergen gewillt, sich unnötigen Luxus zu leisten kritisiert der Bund der Steuerzahler in einem aktuellen Bericht.
Das Äußere ist offenbar auch der Stadt Hagen sehr wichtig. Dort führt eine imposante Freitreppe mit flachen, breiten Stufen, einem Wasserspiel auf der einen und einem großzügigen, stufenlosen Auf- und Abgang auf der anderen Seite vom Rathaus zum Ufer der Volme.
Ein »Abgang« den man genießen sollte. Denn vom gut gepflasterten Fuß der Treppe geht es nur noch einige hundert Meter weiter am Ufer entlang und dieser Weg hat nichts mehr vom repräsentativen Charakter der Treppe. Der Fußgänger hoppelt über unebene Bruchsteine, vorbei an Brennnesseln und anderem wilden Grün. Über zwei Treppen kann der Spaziergänger diesen holprigen »Weg« wieder verlassen, ehe er an seinem Ende angekommen ist.
Radfahrern und Skatern sowie den Benutzern von Rollstühlen oder Rollatoren, die sich von der Rampe am Rathaus vielleicht eingeladen fühlen, ans Volme-Ufer hinunter zu fahren, bleibt nicht viel anderes übrig, als nach einem mehr oder weniger langen Blick auf den Fluss – und natürlich auf die Treppe – die Rampe wieder hinauf zu fahren. 930.000 Euro hat die Showtreppe am Hagener Rathaus gekostet; zu 80 Prozent finanziert vom Land Nordrhein-Westfalen und zu 20 Prozent von der Stadt Hagen. Angesichts ihrer Schulden dürften aber eigentlich beide keinen einzigen Cent für solche Sperenzchen übrig haben.
(Quelle: Bund der Steuerzahler NRW)

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