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Polizei stürmt das AudiMax der Universität Bielefeld

Am heutigen Freitag, den 13. November 2009 um 6.00 Uhr stürmten ca. 70 PolizistInnen ohne Vorwarnung das AudiMax der Universität Bielefeld. Sie folgten damit einer Aufforderung des Rektorats der Universität. Ziel war es, die dort schlafenden friedlichen BesetzerInnen zu überraschen und möglichst viele von diesen fest zu nehmen.

Die BesetzerInnen waren jedoch rechtzeitig über den bevorstehenden Einsatz informiert worden, so dass die PolizistInnen ein leeres Auditorium vorfanden und unverrichteter Dinge wieder abzogen. »Wir halten das Vorgehen des Rektorats gegen den friedlichen und legitimen Protest der Studierenden für überzogen. Nachdem gestern eine Großveranstaltung in der Unihalle nicht gestört wurde, war es deutlich, dass keine Gefahr von den Studierenden ausging,« äußerte sich der AStA-Vorsitzende Jan Rick am frühen Morgen. »Die Polizei hat in einer Universität, wo man inhaltliche Auseinandersetzung tagtäglich erlebt, nichts verloren. Leider scheint auch unser neuer Rektor den Zwang der Diskussion vorzuziehen. Wir hatten uns da anderes erhofft,« ergänzte AStA-Sozialreferent Jan Seelhorst, der für den AStA die eigens eingerichtete Nachtschicht schob. Dies war geschehen, um die von beiden Seiten gewünschte Vermittlerrolle des AStA ausfüllen zu können. »Wir waren nach der Abmachung, dass wir als Vermittler auftreten, eigentlich davon ausgegangen, dass auch noch etwas vermittelt werden würde. Durch den Einsatz polizeilicher Gewalt ist bei den Studierenden viel Vertrauen in die Glaubwürdigkeit des Rektorats verloren gegangen,« zeigte sich Hochschulpolitikreferentin Kristina Speich ebenfalls entsetzt.

»Es ist offensichtlich, dass dem Rektorat die heutige Festveranstaltung der Fakultät für Rechtswissenschaft wichtiger war als eventuelle Gefahren für die besetzenden Studierenden. Das zeigt mehr als deutlich die Prioritäten der Universität,« sagte Oliver Löffler, Hochschulpolitikreferent des AStA. Der heutige Polizeieinsatz war bereits der zweite in diesem Jahr. Im Februar war eine angemeldete Demonstration von Studierenden gegen den neuerlichen Beschluss von Studiengebühren von der anwesenden Polizei aufgelöst worden. Auch damals hatte das Rektorat die inhaltliche Diskussion vermieden.

Pressemitteilung des AStA Uni Bielefeld (via Mailingliste AG Presse NRW).

Verfasst von hatch am 13. November 2009 - 18:55.

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